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Griechenland: Eine Postkarte von der Insel Kreta

  • Autorenbild: Celine-Michelle Mehlis
    Celine-Michelle Mehlis
  • 9. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

(Geschrieben im Winter. Entstanden im letzten Sommer.)


Oh ja, ich habe mich in Griechenland verliebt.

In die Sonne, das Essen, die entspannte Herzlichkeit und diesen Duft nach Meersalz, Thymian und Sonnencreme. Nach Rhodos und Kos war klar, dass wir uns definitiv die nächste griechischen Insel ansehen werden – Kreta.

Und was sollen ich sagen? Kreta hat uns nicht nur begrüßt, es hat uns gleich um den Finger gewickelt. Türkisfarbenes Wasser, blühende Oleanderbüsche, Zikaden-Gesang im Dauermodus und dieser Blick aufs Meer waren einfach traumhaft.


Die Insel Kreta im Juni

Kreta im Juni fühlt sich ein bisschen an wie ein geheimer Sommertipp, den man eigentlich gar nicht weitersagen will. Die Außentemperaturen liegen bei angenehmen 25 bis 33 Grad, die Wassertemperatur bei ca. 22 Grad. Dazu rund 12 Sonnenstunden täglich und eine Regenwahrscheinlichkeit, die irgendwo zwischen "theoretisch möglich" und "völlig ausgeschlossen" liegt.


Da weder in Deutschland noch in Griechenland Schulferien waren, war auch unser Hotel noch nicht voll belegt, was für ein wunderbar entschleunigtes Urlaubsgefühl gesorgt hat. Man bekam an jedem der 10 Tage immer einen Platz am Pool, am Strand oder beim Frühstück.


Seit zwei Jahren fliegen wir bewusst vor der großen Ferienzeit und ich kann es nur jedem empfehlen. Weniger Trubel, entspannteres Reisen, bessere Preise. Und die Sonne scheint trotzdem.



Die Anreise

Jeder Urlaub beginnt bei mir mit einem festen Ritual, sobald wir durch die Sicherheitskontrolle sind, gönne ich mir Kaffee, Frühstück und ein neues Buch. Diesmal durfte "Wie die Ruhe vor dem Sturm" mitkommen. Wie mir das Buch gefallen hat, erfahrt ihr hier.


Unser Flug startete pünktlich um 06:00 Uhr vom Flughafen Leipzig und dauerte rund drei Stunden. Ich war so müde, dass ich fast den kompletten Flug verschlafen habe und erst kurz vor der Landung über Athen wieder wach geworden bin.


Am Flughafen Heraklion angekommen, wurden wir herzlich vom TUI-Team empfangen und direkt in die entsprechenden Busse verteilt. Hier hatten wir wirklich Glück, denn da wir die einzigen Gäste außerhalb von Heraklion waren, bekamen wir einen Privattransfer. So konnte der Urlaub doch gut starten.


Unser Hotel (keine Werbung)

Unser Zuhause auf Zeit war das Blue Bay Resort & Spa, ein 4-Sterne-Hotel in der ruhigen Ortschaft Agia Pelagia an der Nordküste Kretas, gelegen oberhalb der malerischen Mononaftis-Bucht. Durch seine Hanglage hat man von fast überall einen herrlichen Ausblick auf das Meer.


Das Resort umfasst 209 Zimmer, verteilt auf fünf Gebäude. Unser Zimmer lag in einem der Nebengebäude, den Hang hinunter zwischen Haupthaus und Strand. Die Stufen nach oben und unten waren dabei Fluch und Segen zugleich: Einerseits hätten wir ein Sauerstoffzelt auf dem Weg nach oben gebrauchen können, andererseits hatte man dadurch seine Ruhe und konnte die Abgeschiedenheit vom Hoteltrubel genießen.


Zum Hotel gehören sechs Pools, zwei Restaurants und drei Bars. Der Strand unterhalb der Bucht ist entweder über einen kleinen Fußweg oder per Hotelshuttle innerhalb weniger Minuten erreichbar. Und ja, es lohnt sich: glasklares Wasser, kleine Wellen, ein paar Fische und eine kleine Taverne warteten am Fuße der Bucht.


Agia Pelagia

...ist ein kleines, ehemaliges Fischerdorf, das im Zentrum einer malerischen, amphitheatrischen Bucht erbaut wurde. Schon die Lage ist ein kleines Postkartenmotiv, denn dank seiner Hanglage hat man von überall aus einen tollen Blick auf die Bucht.


Der Ort ist ruhig, charmant und wunderbar entspannt. Kein Lärm, kein Stress, keine Eile, dafür aber einen Strand, der zu den schönsten der Insel zählt. Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser und Boote, die sanft im Wasser treiben.


Direkt an der kleinen Promenade reihen sich Cafés, Tavernen und Souvenirshops aneinander – genau die richtige Mischung aus urig und entspannt touristisch.


Eine Tour durch die Weinberge Kretas

Einen Tag haben wir uns ganz dem Thema Genuss gewidmet und dafür einen Ausflug gebucht, der uns zuerst auf eine traditionelle Olivenfarm führte. Der Besitzer ist nicht nur Landwirt, sondern auch Winzer und jemand, der mit viel Leidenschaft und Wissen über seine Produkte spricht.


Bei einer kleinen Führung über das Gelände erfuhren wir alles über die Herstellung von Olivenöl, von der Ernte über die Pressung bis hin zur Lagerung. Besonders spannend war die Verkostung: Wie erkennt man ein gutes Öl? Warum ist "kaltgepresst" nicht nur ein Marketingbegriff? Und was macht den Unterschied zwischen grün und goldgelb? All das wurde erklärt und natürlich probiert. (Spoiler: Es war echt eklig, denn gutes Olivenöl muss im Hals kratzen.)


Im Anschluss gab es ein Mittagessen mit Blick ins Tal, begleitet von klassisch griechischen Gerichten. Allein dafür hätte sich der Ausflug schon gelohnt.


Danach ging es weiter zu einem der größten Weingüter Kretas, wo wir eine Weinverkostung gemacht haben. Tja was soll ich sagen? Geschmack ist ja bekanntlich subjektiv, aber kretische Weine treffen leider nicht ganz meinen. Aber nicht schlimm, probieren gehört dazu.



Mit dem Katamaran zur Insel Dia

Dieser Ausflug war für mich persönlich ein kleiner, wahrgewordener Mamma Mia-Traum. Früh am Morgen ging es mit dem Katamaran Richtung Dia, einer unbewohnten, kleinen Insel nördlich von Kreta. Schon auf dem Weg dorthin konnte man den Wind in den Haaren, die salzige Gischt auf der Haut und diese unfassbare Freiheit spüren.


An der Insel angekommen hieß es Anker werfen und Seele baumeln lassen. Das Boot blieb mehrere Stunden in einer türkisfarbenen Bucht liegen, Zeit genug zum Baden, Schnorcheln oder einfach nur um auf dem Deck zu liegen und die Sonne zu genießen.



Ein weiteres Highlight dieses Ausfluges war eine private Köchin, die uns direkt an Bord mit einem fantastischen Mittagessen verwöhnte. Es gab Seebrasse auf Süßkartoffelpüree, dazu frische Salate, Suppen und über den Tag verteilt immer wieder kleine Snacks, Obst und Gemüse. Kulinarisch wie landschaftlich war dieser Tag einfach pures Urlaubsglück.


Ein besonderes Detail befand sich im vorderen Teil der Bucht, eine kleine Kapelle, die mich sofort an die Mamma Mia-Filme erinnerte. Und ganz ehrlich, ich habe mich wirklich ein bisschen wie Sophie gefühlt, wie sie mit Bill, Sam und Harry über das Meer schippert. Nur dass ich zum Glück nicht herausfinden musste, wer mein Vater ist, lol.



Ein Tag in Heraklion

Für gerade mal 4,00 € ging es mit dem Bus in nur 35 Minuten von Agia Pelagia nach Heraklion, die Hauptstadt Kretas. Schon im Vorfeld hatte man uns gesagt, dass man die Stadt nicht mit Rhodos oder Kos vergleichen könne, weil sie viel "neuer" sei. Und ja, das stimmt aber enttäuscht wurden wir trotzdem nicht.


Zwischen charmanten, älteren Gebäuden stehen hier immer wieder moderne Bauten, ohne dass es störend wirkt. Alt trifft neu quasi und trotzdem mit einem ganz eigenen Charme.



Nachdem wir unsere letzten Souvenirs eingesackt hatten, trafen wir uns spontan mit einem Pärchen, das wir am Vortag auf dem Katamaran kennengelernt hatten auf einen Kaffee bei Starbucks. Danach bummelten wir zu viert durch die kleinen Boutiquen. Nachdem wir uns wieder verabschiedet hatten, ging es für uns dann weiter zu einer Croissanterie (diese Pistazien-Dinger … einfach himmlisch) und anschließend zum Shoppen. Da ich aber schon mit 19 kg Gepäck in den Urlaub geflogen bin, musste ich mich (leider) etwas beherrschen.


Damit wir aber auch den kulturellen Part nicht ganz vernachlässigen, haben wir uns noch spontan Tickets für den Hop-On-Hop-Off-Bus geholt. Damit kommt man easy auch zu den Sehenswürdigkeiten außerhalb des Stadtzentrums z. B. zum berühmten Palast von Knossos.



Die Abreise

Den Abreisetag konnten wir noch ganz entspannt am Pool genießen, denn unser Flug ging erst am Abend. Wir wurden gegen 16:00 Uhr vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gefahren. Trotz aller Horrorgeschichten, die man hier gehört hatte verliefen die Gepäckabgabe und der Security-Check schnell und entspannt ab. Am Gate gab es für uns dann noch Abendessen in Form von Pita, griechischem Salat, Loukoumades und Freddo Cappuccino. Der Rückflug gestaltete sich ganz schön turbulent aber am Ende sind wir unversehrt am Flughafen Halle/ Leipzig gelandet.



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